Am 11. Februar hatten wir die Ehre, den Ehrendoktor der Ukrainische Freie Universität, Dichter und heute Soldaten Serhij Zhadan, zu empfangen.
Die Begegnung wurde von der Rektorin der UFU, Prof. Larysa Didkovska, eröffnet. In ihrem Grußwort betonte sie die Einzigartigkeit dieses Moments – ein Treffen mit einem Menschen, der zur Stimme einer ganzen Generation geworden ist und heute deren Recht auf Existenz verteidigt.
Ein besonderer Moment des Abends war die feierliche Verleihung des Diploms eines Ehrendoktors (Doctor Honoris Causa) an Serhij Zhadan. Der Akademische Senat hatte ihm diesen Titel bereits im Juli 2024 verliehen. Aufgrund seines Militärdienstes konnte er damals jedoch nur online – mit einer Zuschaltung von der Front – teilnehmen.
An diesem Mittwoch wurde ihm die Auszeichnung endlich persönlich überreicht. Für die Universität ist dies ein Symbol der starken Verbindung zwischen intellektuellem Denken und der gelebten Erfahrung des Kampfes, die Serhij in sich trägt.
Der Abend ging weit über klassische literarische Lesungen hinaus. Serhij Zhadan teilte Gedanken, die heute jede Ukrainerin und jeden Ukrainer bewegen:
✓ Über das „brennende Haus“ – wie man der Welt erklärt, dass Hilfe für die Ukraine keine Wohltätigkeit, sondern die Rettung des gemeinsamen europäischen Hauses ist.
✓ Über Sprache als Waffe und Schutz – wahre Geschichten aus den Schützengräben, in denen das ukrainische Wort zum rettenden Zeichen „Freund oder Feind“ wurde.
✓ Über Lina Kostenko und den Faden der Kultur – über eine Kontinuität, die nicht zerrissen werden kann.
Serhij las Gedichte über die Bahnhöfe des Donbas, über Erinnerung und darüber, dass „man dort leben soll, wo einen der Tod nicht schreckt“. Es war ein ehrliches, stellenweise hartes, zugleich aber zutiefst lichtvolles Zeugnis unserer Zeit.
Wir danken Serhij – für sein Wort und sein Handeln, und allen Gästen – für die warme Atmosphäre und den gemeinsamen Glauben.
Wir klingen weiter. Die Welt sieht uns, solange wir uns selbst bewusst sind.
Ruhm der Ukraine!
📝 Dr. Liliia Bondarenko
📸 Denys Dolzhenko


