Am 18. September fand im Rahmen des Forums der 135. Abteilung der Union Ukrainischer Frauen Amerikas (in Zusammenarbeit mit der St. Sophia Society USA) ein Vortrag von Rektorin Prof. Larysa Didkovska zum Thema „Psychologie von Immigranten: Identität als Ressource“ statt.
Im Mittelpunkt standen die psychologischen Herausforderungen der Emigration: der Verlust vertrauter sozialer Kontakte, der veränderte Status, der Kulturschock, die Suche nach neuen Sinngebungen und die Bewahrung der eigenen Identität in einem neuen soziokulturellen Umfeld.
Larysa Didkovska erläuterte die wichtigsten Phasen der psychologischen Anpassung. Die Anfangsphase ist oft von Euphorie, der Mobilisierung innerer Ressourcen und der Hoffnung auf neue Chancen geprägt. Im Laufe der Zeit kann es jedoch zu einem Kulturschock kommen, der durch sprachliche, soziale und kulturelle Unterschiede ausgelöst wird. Hinzu kommen der vorübergehende Verlust des beruflichen Status, ein Gefühl der Entfremdung, Schwierigkeiten bei der Selbstexpression und die Notwendigkeit, die Frage „Wer bin ich?“ zu beantworten.
Die Rektorin hob die nationale Identität als Quelle psychischer Widerstandsfähigkeit hervor. Muttersprache, kultureller Code, historisches Gedächtnis, Familie und Gemeinschaft helfen, ein Zugehörigkeitsgefühl und innere Stärke zu bewahren. Die aktive Teilnahme am Leben der ukrainischen Gemeinschaft kann zudem Anpassungsstress reduzieren und die Integration erleichtern.
Als wichtige Zentren für den Erhalt der ukrainischen Identität im Ausland wurden die Ukrainische Freie Universität, die Union Ukrainischer Frauen in Amerika, die Familie und ukrainische öffentliche Institutionen genannt.
Zusammenfassend betonte Larysa Didkovska: „Unsere Identität ist keine schwere Last der Vergangenheit, die wir mit uns herumtragen müssen, sondern starke Flügel, die uns in jedem Winkel der Welt hoch hinaustragen lassen.“
Photos und Mitteilung: Pressebüro der St. Sophia Society USA


